Rechtstipp: Befahren des Autobahn-Seitenstreifens

Die situationsabhängige Freigabe des Seitenstreifens der Autobahn zum Befahren ist eine noch relativ neue Regelung im Straßenverkehrsrecht. Eine entsprechende Beschilderung auf der Autobahn führt daher bei Autofahrern oft noch zu Irritationen.

Grundsätzlich ist das Befahren des Seitenstreifens auf Autobahnen verboten. Der Seitenstreifen ist für das Abstellen liegengebliebener Fahrzeuge sowie für Polizei, Rettungs- und Pannenhilfsdienste vorgesehen. Wer einen Seitenstreifen unberechtigt befährt, um beispielsweise an einem Stau rechts bis zur nächsten Ausfahrt vorzufahren, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit 75 € Geldbuße sowie zwei Punkten im Verkehrszentralregister belegt ist.

Sofern die baulichen Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Verkehrsbehörde durch besondere Verkehrszeichen die Mitbenutzung des Seitenstreifens als reguläre Fahrspur vorschreiben. Damit soll eine Entlastung besonders staugefährdeter Strecken ermöglicht werden.

Das Schild (Zeichen 223.1) zeigt in der Abmessung 2,25 m auf 2,25 m drei nach oben gerichtete weiße Pfeile auf blauem Hintergrund, wobei der rechte Pfeil durch eine durchgehende Linie abgetrennt ist. Dieses Verkehrszeichen ordnet das Befahren des Seitenstreifens an, der dann wie ein rechter Fahrstreifen zu befahren ist. Das Ende der Sonderregelung ist durch entsprechende Schilder anzuzeigen.

Da nur zu den staugefährdeten Zeiten der Seitenstreifen freigegeben werden soll, handelt es sich bei den Schildern um aufklappbare Wechselverkehrszeichen. Die Schilder dürfen nur in Kombination mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 100 km/h aufgestellt werden. Vor und während der Anordnung muss geprüft werden, ob der Seitenstreifen frei von Hindernissen ist.

ADAC, Juristische Zentrale

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